Bei STUDIO F|E arbeite ich nach dem Design Ansatz, dass die Einrichtung von Räumen das Wohlbefinden verbessern soll. Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren viel mit dem Thema Gesundheit und Reduzierung von Stress beschäftigt, da ich selbst sehr schnell gestresst reagiere und mit einigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Umso spannender finde ich es, dass es auch im Bereich Interior Design einige Ansätze gibt, die uns aktiv helfen, dass wir uns zuhause, in einem Geschäft oder auf der Arbeit entspannt, kreativ und gut fühlen. Zu nennen sind hier einmal das Biophilic Design Prinzip, welches sich mit der Integration von Natur in unserem Lebensraum beschäftigt, oder das dänische Lebensgefühl “Hygge”, welches übersetzt tatsächlich Wohlbefinden heißt und für ein gemütliches und heimeliges Zuhause steht. Auch die Forschung beschäftigt sich im Bereich Neuroaesthetics mit der Frage wie sich Einrichtungsbestandteile auf unser Gehirn und das Nervensystem auswirken. All diese Ansätze haben einige Gemeinsamkeiten, welche ich in meinen Interior Design Konzepten anwende, um für meine Kund*innen eine entspannende Wohlfühloase zu schaffen. Insbesondere stehen Elemente, die uns an die Natur erinnern und aus diesem Grund entspannend wirken, im Mittelpunkt.

  1. Farben:
    In der Farbenlehre werden Farben Eigenschaften zugeordnet. So können Farben als warm oder kalt wahrgenommen werden. Oder als aktivierend bzw. beruhigend. In Wohnräumen arbeite ich hauptsächlich mit warmen sowie beruhigenden Farben. Als beruhigend werden gedeckte Farben, sanfte Pastellfarben und Farben, die uns an die Natur erinnern, empfunden. Beispiele hierfür sind Grün, Blau, Beige, Greige, Braun, Rosa, Mintgrün.
  2. Formen:
    Sanfte und organische Formen wirken sich positiv auf unser Stresslevel aus und fördern auch das Gemeinschaftsgefühl in Wohnräumen. Organische Formen sind Formen, wie sie in der Natur vorkommen. Im Interior Design bezeichnet man hiermit hauptsächlich Gegenstände, die nicht aus geraden Linien und scharfen Kanten bestehen. Beispiele sind hier runde oder ovale Tische, bauchige Vasen und abgerundete Kanten bei Oberflächen.  
  3. Materialien:
    Im Bereich der Materialien ist die Haptik entscheidend, da der Tastsinn eng mit unserem Gehirn verbunden ist. Im Interior Design Konzept verwende ich einerseits Materialien, die sich weich, angenehm und warm anfühlen. Die Berührung dieser Materialien löst bei uns im Körper die Freisetzung des Hormons Oxytocin aus, welches eines der Wohlfühl- und Entspannungshormone ist. Beispiele hierfür sind Wolle, Felle oder Leinenstoffe. Andererseits empfinden wir auch Materialien mit einer natürlichen Struktur wie Holz, Stein oder Ton als angenehm und beruhigend aufgrund der Verbindung mit der Natur.  
  4. Licht:
    Das Lichtkonzept ist ein wichtiger Teil des Einrichtungskonzeptes. Wir Menschen benötigen insbesondere große Mengen an Tageslicht für unsere Gesundheit, vor allem um ausreichend das Glückshormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin herstellen zu können. Daher ist das Ziel große Fensterflächen zu schaffen, die ausreichend Tageslicht in das Rauminnere bringen und mit künstlichem Licht dunkle Ecken zu erhellen. Für die Abendstunden und die dunklen Tage im Jahr dienen künstliche Lichtquellen in Wohnräumen dazu eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Hierfür werden unterschiedliche Lampenvarianten wie Deckenleuchten, Stehleuchten, Wandleuchten oder Tischleuchten sowie Kerzen miteinander kombiniert, da durch die verschiedenen Beleuchtungshöhen eine beruhigende Stimmung erschaffen wird. Dies sollte mit Glühbirnen kombiniert werden, die warmes Licht ausstrahlen (1700-2500 Kelvin) und die sich in den Abendstunden dimmen lassen. Das Dimmen des Lichts lässt uns vom Alltagsstress herunterfahren und müde werden.  
  5. Ordnung:
    Im heutigen stressigen Alltag wirken so viele Eindrücke auf uns ein, dass das Ziel im Zuhause ist ein Gefühl des Durchatmens zu haben, sobald man durch die Tür tritt. Aus diesem Grund ist es wichtig das Gehirn zuhause nicht zu überstimulieren mit zu vielen Eindrücken, wie sie Unordnung und Chaos mit sich bringen. Daher geht es auch im Interior Design darum ausreichend Stauräume zu schaffen und kreative Lösungen zu erarbeiten, welche Gegenstände ausgestellt werden sollen, und welche verstaut werden.  
  6. Luftqualität & Pflanzen:
    Pflanzen sind die direkte Art uns in Räumen mit der Natur zu umgeben und diese von draußen nach drinnen zu holen. Pflanzen haben nicht nur allgemein eine beruhigende Wirkung auf uns, auch gibt es viele Grünpflanzen, welche die Luft filtern und für eine bessere und gesündere Luftqualität in Räumen sorgen. Neben einzelnen Pflanzen und Blumen gibt es auch die Möglichkeit ganze Pflanzenwände zu gestalten und so eine Vielzahl an Pflanzen im Raum unterzubringen sowie eine kreative Art der Wandgestaltung zu erschaffen. 
  7. Bilder & Dekoration:
    Auch im Bereich der Dekoration gibt es unzählige Möglichkeiten mit der passenden Auswahl eine entspannende und beruhigende Atmosphäre zu erzielen. Aus diesem Grund setze ich bei Wandbildern und Deko-Objekten auch gerne wieder auf Naturmotive, organische Formen, natürliche Strukturen und ruhige Farben, sodass sich ein harmonisches Gesamtbild bei der Einrichtung ergibt.  
  8. Geräusche:
    Immer mehr Menschen leben heutzutage in Ballungszentren und Städten, die einen hohen Lärmpegel mit sich bringen. Laute Geräusche wie Sirenen, Hupen, Geschrei oder Autolärm lösen Stress bei uns Menschen aus, da unser Gehirn überfordert ist mit der Menge an Sinneseindrücken, die als unangenehm empfunden werden. Aus diesem Grund sollte ein Interior Design Konzept sich auch mit der Frage beschäftigen, wie wir diese Geräusche in Innenräumen ausblenden können und uns davor schützen. Ebenfalls können wir diese unangenehmen Geräusche mit entspannenden entsetzen, in dem es z.B. Lautsprechersysteme gibt, die Naturgeräusche wie Wellen, Regen, Vogelgezwitscher oder ähnliches abspielen, da wir diese als entspannend wahrnehmen. 

Quellen:

Sjövall, Isabell (2020). DESIGNFULNESS: How brain research is revolutionising the way we live and work. Stockholm, Bokförlaget Langenskiöld. 

Heath, Oliver (2021). Design a healthy home: 100 ways to transform your space for physical and mental wellbeing. London, Penguin Random House. 

Wiking, Meik (2016). The little book of Hygge: The Danish way to live well. UK, Penguin Life. 

Society of British & International Interior Design (2022): 3 Tips for boosting mental wellbeing through interior design. https://www.sbid.org/3-tips-for-boosting-mental-wellbeing-through-interior-design/ 

Calvin Dolatowski (2021). How interior design impacts your mental health. https://desis.osu.edu/seniorthesis/index.php/2021/10/04/how-interior-design-impacts-your-mental-health/ 

Beitragsbild von Freepik.

 

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